Das Seminar "Internationale Erfahrungen der Deinstitutionalisierung"

Das Seminar "Internationale Erfahrungen der Deinstitutionalisierung", das am 26. November 2019 in Minsk stattfand, wurde gemeinsam mit dem gemeinnützigen öffentlichen Verein "Welt ohne Grenzen" («Мир без границ») organisiert. Die Veranstaltung wurde zu einem Diskussionsplattform für Experten von staatlichen Stellen und Institutionen in Belarus sowie für Experten der Nichtregierungsorganisationen.

Den TeilnehmerInnen wurden die Erfahrungen der Ukraine und Georgiens beim Übergang von der institutionellen Pflege für Behinderte zu der Pflege, die ein unabhängiges Leben in lokalen Gemeinschaften ermöglicht, präsentiert sowie die Aussichten einer Deinstitutionalisierung in Belarus diskutiert. Wichtige Beiträge wurden von den Expertinnen aus der Ukraine Anna Davidenko und Larisa Samsonova sowie aus Georgien – Esma Gumberidze und Iya Tsilikishvili – geliefert.

Die Experten präsentierten die Erfahrungen ihrer Länder, analysierten erfolgreiche Beispiele, Risiken und Herausforderungen von Deinstitutionalisierungsprozessen. Die Beiträge umfassten u.a. Aspekte wie inklusive Bildung, Mechanismen ihrer Begleitung und Unterstützung, Übergang zum Sozialmodell der Behinderung sowie Unterstützungsprozesse für Familien, die adoptierte Kinder mit Behinderungen betreuen.

In den Diskussionen äußerten die TeilnehmerInnen die Meinung, dass die Nachfrage nach Fachkräften, die die Deinstitutionalisierungsprozesse begleiten, z.B. Fachkräften für die Arbeit mit Kindern in Familien, in der belarussischen Gesellschaft noch nicht ausreichend ausgeprägt ist. Folglich gibt es keine staatliche Reaktion auf die Ausbildung in dieser Fachrichtung.

Die SeminarteilnehmerInnen schätzten die Qualität und Art der Präsentationen hoch ein und äußerten Zuversicht, dass die erhaltenen Informationen während des Deinstitutionalisierungsprozesses in Belarus analysiert und berücksichtigt werden können. Es wurden auch Wünsche geäußert, den internationalen Erfahrungen weiter nachzugehen. Insbesondere wurde Interesse bekundet, die Erfahrungen von Ländern zu untersuchen, die Spezialeinrichtungen vollständig aufgegeben haben, beispielsweise Norwegen.

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Photo: FES/Bernd Raschke

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