Förderung von Energieeffizienz in der zusammengelegten Gemeinde Kujalnyzka

Die Regionale Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Ukraine und Belarus, die NGO „Energisches Land“ und die staatliche Agentur für Energieeffizienz und Energieeinsparung der Ukraine organisierten am 17. Mai 2019 in der zusammengelegten Gemeinde Kujalnyzka (Odessa Oblast) ein Seminar zur Förderung eines integrierten Ansatzes für Energieeffizienz in der zusammengelegten Gemeinde. An dem Seminar nahmen Vertreter von Einrichtungen aus dem sozialen Bereich der zusammengelegten Gemeinde Kujalnyzka sowie Vertreter der Nachbargemeinden Oknyanska, Velykomichajlivska, Ivanivska und Zacharovska aus der Region Odessa teil.

Aufgrund der durchgeführten Reformen im Bereich der administrativen und finanziellen Dezentralisierung erhielt die zusammengelegte Gemeinde erhebliche zusätzliche Befugnisse und Ressourcen. Dies regt die Gemeinde an, Projekte und Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz, Projekte und Aktivitäten im Bereich Energieeffizienz, Energieeinsparung und Nutzung alternativer und erneuerbarer Energiequellen durchzuführen.

Zu Beginn des Seminars stellte der Vorsitzende der Gemeinde Kujalnyzka Sergij Palamartschuk kurz die Gemeinde vor und sprach über die bereits umgesetzten Energieeffizienzmaßnahmen (Fensteraustausch, teilweiser Austausch von Kesseln, Dachersatz, Straßenbeleuchtungsumbau) und weitere Pläne der Gemeinde zur Steigerung der Energieeffizienz von eigenen kommunalen Einrichtungen.

Momentan zählt die Gemeinde Kujalnyzka 26.000 Einwohner, es gibt 28 Schulen, 39 Kulturhallen, 8 Kindergärten, 40 Erste-Hilfe-Stationen, 4 Ambulanzen und 16 Verwaltungsgebäude der Gemeinde. Für die Bereitstellung von Wärme und Strom für diese Einrichtungen werden jährlich mehr als 13 Millionen Griwna aufgewendet.

Während des Seminars lernten die TeilnehmerInnen die technischen Merkmale der Durchführung von Projekten im Bereich Energieeinsparung kennen, etwa:

  • Zaunstrukturen (Wände, Fenster, Türen, Dach, Boden);
  • technische Systeme (Wärme-, Strom-, Wasser- und Gasversorgung, Beleuchtung, Lüftung und Klimatisierung);
  • typische Energiesparmaßnahmen;
  • Einführung eines Systems zur Überwachung des Energieverbrauchs;
  • die Abrechnung von Wärmeenergie;
  • Wetterüberwachung beim Wärmeverbrauch und Ausgleich der Heizungsanlage.

Darüber hinaus wurden Fragen zur Energieeinsparung und Kosteneinsparung sowie der Algorithmus zur Umsetzung von Energieeffizienzprojekten (Modernisierungsstufen) behandelt. Die TeilnehmerInnen und ReferentInnen tauschten auch ihre Erfahrungen mit BewohnerInnen, BesucherInnen und MitarbeiterInnen aus, die Teil solcher Projekte sind.

Die Informationen über die Energiedienstleistung im Haushaltsbereich stießen als neuer Mechanismus zur Finanzierung der Energieeffizienz in eben diesem Feld auf großes Interesse. Während des Workshops stellte Oleksij Kortschmit, Leiter des ukrainischen Verbands der Energiedienstleistungsunternehmen und Berater des Leiters der staatlichen Agentur für Energieeffizienz und Energieeinsparung der Ukraine, die Arbeit des Beratungszentrums für Energiedienstleistungszentren vor. 

Im Rahmen des Workshops informierte Julia Kirvas, Mitarbeiterin der NGO Odesa Energy Cluster, die TeilnehmerInnen über mögliche Formen staatlicher und internationaler Unterstützung bei der Entwicklung von zusammengelegten Gemeinden. Besonderes Augenmerk wurde auf die Methodik für die Ausarbeitung von Projektvorschlägen und die Auswahl der Finanzierungsquellen gelegt. Die TeilnehmerInnen erhielten praktische Hinweise zu aktuellen internationalen Hilfsprojekten im Bereich Energieeffizienz.

Nach dem theoretischen Teil des Seminars hatten die TeilnehmerInnen Gelegenheit, an einem Workshop über die energetische und wirtschaftliche Bewertung von Energieeffizienzmaßnahmen und die Durchführung von Projekten für erneuerbare Energien teilzunehmen, deren Auswahl und Finanzplanung vom Leiter des Energieeffizienzzentrums des Verbandes der Energieprüfer, Vadym Lytvyn, durchgeführt wurde. Die Teilnehmenden untersuchten die praktischen Fragen der Umsetzung von Energieeffizienz-Projekten, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Umsetzung einzelner Maßnahmen lag. Es wurde auch am Beispiel eines Gebäudes in der Gemeinde versucht, dessen Potenzial zur Reduzierung des Energieverbrauchs zu bewerten und Finanzierungsmöglichkeiten zu ermitteln.

 

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Photo: FES/Bernd Raschke

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