Präsentation der Studie zur Branchenwirkung des Freihandelsabkommens zwischen der Ukraine und der Europäischen Union

Am 1. März wurde in Kiew eine Studie zu den Effekten des EU-Freihandelsabkommens auf ausgewählte Branchen der ukrainischen Industrie präsentiert. Die Studie wurde von der NGO „Democracy House“ NGO in Partnerschaft mit der Vertretung der Friedrich-Ebert-Stiftung in der Ukraine durchgeführt. Die involvierten Experten Vasyl Povoroznyk und Olena Bazhenova von „Democracy House“ gaben einen Überblick über die angewandten Methoden und zentralen Ergebnisse der Studie sowie darauf basierend einen Ausblick auf die Zukunft der Handelsbeziehungen zwischen EU und Ukraine.

Im Allgemeinen zeigt die Studie, dass die Auswirkungen des freien Handels mit der EU keinem einheitlichen Trend folgen, sondern in den diversen Industriezweigen variieren. Untersucht wurden sechs Schlüsselindustrien, unter anderem Landwirtschaft, Lebensmittel- und Chemieindustrie. Positive Entwicklungen bezogen auf Exporte, Importe und den Durchschnittslohn lassen sich etwa in der Metall- und Bergbauindustrie feststellen, während in der Lebensmittelindustrie sinkende Exportzahlen beobachtet werden. Grundsätzlich können die Veränderungen in der ukrainischen Außenhandelsbilanz jedoch nicht monokausal auf das Freihandelsabkommen zurückgeführt werden, sondern es ist erforderlich, weitere Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Maßgeblichen Einfluss auf die ukrainische Wirtschaft haben etwa die Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt, das ausbaufähige Investitionsklima im Land sowie der Wegfall von Produktionsstätten im Donbass.

Heute ist die Europäische Union dank des Freihandelsabkommens der größte Handelspartner der Ukraine. Anstehende Herausforderungen sind vor allem, die Abhängigkeit von den volatilen Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt durch eine fortschreitende Diversifizierung der Exportprodukte zu reduzieren und auf der globalen Wertschöpfungskette aufzusteigen. Darüber hinaus sind legislative Reformen notwendig, um die Ukraine für ausländische Investitionen attraktiver zu machen. Die Autoren resümierten, dass das Freihandelsabkommen essentiell dazu beitrage, systematische Reformen der Ökonomie anzustoßen, Wettbewerb zu forcieren und Investoren anzuziehen, und daher vor allem langfristig positive Effekte zu erwarten sind.

 

Der Text der Studie ist zugänglich unter http://library.fes.de/pdf-files/bueros/ukraine/15250.pdf

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Photo: FES/Bernd Raschke

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