Erster ukrainischer Studentenwettbewerb „ДЖАЗ“ (JAZZ)

Vom 4. bis zum 6. März 2019 fand in der Hennadii Udovenko Diplomatischen Akademie der Ukraine der erste ukrainische Studentenwettbewerb „ДЖАЗ“ (JAZZ) statt. Er richtete sich an Studierende, die sich für internationale Beziehungen interessieren. Die Friedrich-Ebert-Stiftung organisierte diese Veranstaltung in Partnerschaft mit der Hennadii Udovenko Diplomatischen Akademie der Ukraine. Die teilnehmenden Student_innen kamen aus sechs ukrainischen Universitäten und konnten an diesen drei Tagen ihre Fachkenntnisse und analytischen Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Die Teams behandelten vorgegebene Diskussionsthemen, wie z.B. die Rolle von Sanktionen in der Verfestigung von autoritären Regimen, die Notwendigkeit einer europäischen Armee oder die Zukunft des liberalen Europas. Sie lernten, in den Debatten vorgegebene Positionen zu vertreten, die nicht notwendigerweise ihrer eigenen Meinung entsprechen. Außerdem bekam jede/r Teilnehmer_in eine Rolle zugewiesen, die sie/er in der Simulation einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates entsprechend spielen und vertreten musste. Das Thema der simulierten Sitzung waren Anschläge auf Gasspeicheranlagen in der West- und Ostukraine.

Des Weiteren wurden einige Workshops mit Expert_innen aus unterschiedlichen für das Thema relevanten Bereichen durchgeführt. So hatten die Student_innen die Gelegenheit, ihre Kenntnisse durch Expertenwissen zu erweitern und sich so besser auf die Simulation und die Debatten vorzubereiten.

Im Rahmen dieser Workshops erklärte Sergiy Korsunsky, Leiter der Diplomatischen Akademie und ehemaliger Botschafter der Ukraine in der Türkei, warum das kritische Denken und ununterbrochene analytische Arbeit besonders in Zeiten von „Deep fakes“ so wichtig für eine_n Diplomaten_in sind. Eine der wichtigsten Eigenschaften eines/einer guten Diplomaten_in während einer Krisenbewältigung sei die Fähigkeit, richtige Fragen (Was ist passiert? Wie ist es passiert? Warum ist es passiert?) zu stellen und eine möglichst große Vielfalt an Quellen in die Antwort dieser Fragen einzubeziehen, so Sergiy Korsunsky.

Über die Besonderheiten des diplomatischen Dolmetschens und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Herausforderungen, sprach die stellvertretende Leiterin der Diplomatischen Akademie, Yevgeniya Gaber.

Über die Rolle der Daten in der Politikanalyse und über den richtigen Umgang mit Statistiken referierten Timofiy Brick, Dozent an der Kyiv School of Economics und Viktoriya Khalanchuk, Analytikerin des Zentrums für internationale Studien. Die Student_innen wurden dafür sensibilisiert, besonders aufmerksam Statistiken und grafische Darstellungen zu betrachten und Daten möglichst selbstständig zu überprüfen.

Den ersten Platz bei dem Wettbewerb belegte das Team aus der „Odessa I.I. Mechnikov Nationalen Universität“. Wir gratulieren allen Gewinner_innen und Teilnehmer_innen und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen bei zukünftigen Debatten und Wettbewerben.

Friedrich-Ebert-Stiftung
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Photo: FES/Bernd Raschke

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